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Vortriebsmaschine am ESW in Wuppertal im Einsatz

In der vergangenen Woche begannen die Vorbereitungen des unterirdischen Vortriebs für die Verlängerung des Entlastungssammlers Wupper in Barmen. Am Donnerstag, den 22. Februar 2024 war es soweit: Der Bohrkopf für den Rohrvortrieb wurde angeliefert und in die Pressgrube am St.-Etienne-Ufer abgesenkt. Das Gerät ist ca. 10,5 m lang und wiegt fast 100 t. Es wird sich in den nächsten Wochen durch Erdreich und Gestein zur Bergegrube in der Busspur „Alter Markt“ vorarbeiten.

Seit den 90er-Jahren begleitet die Dr. Pecher AG im Auftrag der WSW Energie & Wasser AG die Arbeiten rund um den Entlastungssammler Wupper. Dieser sorgt dafür, dass nur sauberes Regenwasser in die Wupper gelangt. Jetzt wird der Sammler weiter ausgebaut. Damit wird die Wasserqualität der Wupper weiter verbessert. Der Entlastungssammler ist das zentrale und wichtigste Bauwerk zur Regenwasserbehandlung der Stadtentwässerung und damit zur Reinhaltung der Wupper. Heute beginnt er in Rutenbeck und endet nach rund 10 km – entgegen der Fließrichtung – in der Busspur am Alten Markt in Barmen. Aktuell nimmt der Sammler mit den zahlreichen Zuleitungsbauwerken bereits das verunreinigte Regenwasser von Sonnborn bis zum Alten Markt in Barmen auf. Die östlichen Stadtbezirke Barmen und Wichlinghausen leiten bisher ungereinigtes Regenwasser in die Wupper. Um auch hier die gesetzlichen Vorgaben erfüllen zu können, verlängern der Eigenbetrieb Wasser und Abwasser Wuppertal (WAW) und die WSW Energie & Wasser AG den vorhandenen Entlastungssammler nach Osten in Richtung Schwelm um rund 1,5 km bis zur Wichlinghauser Straße. Die Verlängerung des Entlastungssammlers verläuft entlang der B7, in einer Tiefenlage von 9 bis 10 m, mit einem Durchmesser von DN 2000. An fünf Stellen werden dazu Press- und Bergegruben erstellt. Mit der Verlängerung des ESW setzt die Stadt Wuppertal die Strategie der Regenwasserbehandlung konsequent fort.

    26 Februar
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Die Gesamtbaukosten betragen rund 19 Mio. Euro.

Die Verlängerung des Entlastungssammlers Wupper hat für die Stadt Wuppertal drei wesentliche Vorteile: 

Mit der Weiterleitung des behandlungspflichtigen Regenwassers zur Kläranlage Buchenhofen werden die für die Wupper schädlichen Einleitungen von Schadstoffen aus den Bereichen Barmen und Wichlinghausen unterbunden. Damit hält Wuppertal die gesetzlichen Anforderungen auch in diesen Stadtteilen ein und hat die Möglichkeit, dafür einen Antrag auf Befreiung von der Abwasserabgabe an das Land NRW zu stellen.

Das Starkregenereignis am 29. Mai 2018 ist bei den meisten Wuppertalerinnen und Wuppertalern noch sehr präsent. Damals haben sich extrem große Wassermassen in der Talachse gesammelt und aufgestaut. Durch den Entlastungssammler Wupper konnten diese Wassermassen in Elberfeld in kürzester Zeit abgeleitet und somit größere Schäden vermieden werden. Die Reduzierung des Gefährdungspotentials durch Starkregen wird durch die Verlängerung des Entlastungssammlers zukünftig auch für Barmen und Wichlinghausen gegeben sein.

Der Schmutzwasserhauptsammler, der das Abwasser aus sämtlichen östlichen Stadtteilen inklusive Beyenburg transportiert, ist bereits heute hydraulisch stark ausgelastet. Durch die Verlängerung des Entlastungssammlers wird der Schmutzwasserhauptsammler wesentlich entlastet. Positiver Nebeneffekt: Zur Inspektion oder Sanierung des Hauptschmutzwassersammlers kann die Verlängerung des Entlastungssammlers als Umleitungskanal genutzt werden.

Mit der verschmutzungsabhängigen Kanalnetzsteuerung wurde im Rahmen des Betriebs des Entlastungssammlers seit 2005 Neuland betreten und seitdem viele Betriebserfahrungen gesammelt. Schon damals wurde der Parameter AFS als „Leitparameter“ ausgewählt, der seit 2020 auch im technischen Regelwerk der DWA eine zentrale Rolle in der Regenwasserbehandlung spielt.

Ansprechpartner: Dr. Holger Hoppe

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